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500 Jahre Kirchengemeinde Barver: Von unpünktlichen Pastoren und verschwundenen Taufsteinen
Diepholzer Kreizeitung 07.06.2025
von Hannes Gaumann

Die Kirchengemeinde Barver feiert ihr 500-jähriges Jubiläum. Zeit für einen Blick in die Chronik, in der sich die ein oder andere kuriose Geschichte finden lässt.
Barver – Es ist nun schon 500 Jahre her, dass Graf Friedrich I. von Diepholz der Bauerschaft Barver den Bau einer Kapelle und die Anstellung eines eigenen Kaplans erlaubte. Die Kirchengemeinde Barver feiert dieses Jubiläum an Pfingstsonntag mit einem großen Gemeindefest. Bereits im Vorfeld ist eine Chronik erstellt worden. Die Mediengruppe Kreiszeitung hat einen Blick in das 352 Seiten starke Werk geworfen.
Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Thomas Evers, hat das Material für die Chronik aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen. Besonders viele Bilder und Geschichten habe ihm der Anfang des Jahres verstorbene, sehr engagierte Barveraner Wilhelm Hollberg zukommen lassen.
„Es war ihm ein Anliegen, dass zum Jubiläum der Kirchengemeinde eine Chronik erstellt wird. Wilhelm hat viel Herzblut in die Erstellung der Texte gesteckt. Es ist ein Stück weit sein Vermächtnis“, sagt Evers. Am Ende sei es Hollberg leider nicht vergönnt gewesen, die Fertigstellung des Projekts mitzuerleben.
Auch mehrere weitere Personen hätten sich mit viel Engagement an der Erstellung der Chronik beteiligt. So seien Rüdiger Stelling, Wolfgang Rohlfing und Hannelore Guddas als Autoren beteiligt gewesen. Stelling sei es mit seinem historischen Wissen gelungen, die Schrift in den alten Kirchenbüchern der Gemeinde zu entziffern, und in unsere heutige Schrift zu übertragen.
Wenn die Bahn auf den Hahn warten muss
Aus der Chronik geht hervor, dass in den vergangenen 500 Jahren insgesamt 38 Pastorinnen und Pastoren tätig waren. Eine kuriose Geschichte entstand um den Pastoren Theodor Hahn (Dienstzeit 1921 bis 1938). „Pastor Hahn fuhr an fast jedem Werktag mit dem Halbzehnuhrzug nach Diepholz. Da er sehr interessiert war, was in der Welt passierte, kaufte er am Bahnhof die neusten Zeitungen und machte andere kleine Besorgungen“, heißt es in der Chronik.

Mit dem nächsten Zug sei er dann nach Barver zurückgefahren. Jedoch habe es der Pastor mit der Pünktlichkeit nicht immer genau genommen, weshalb er den Zug eines Tages verpasst habe. Daraufhin habe er jedoch festgestellt, dass der Zug zu früh losgefahren war. „Er beschwerte sich beim Bahnhofsvorsteher, der den Zug zum Halten brachte. Nachdem hieß es bei den Schaffnern, wenn der Pastor im Zug saß: ‚Wir können losfahren, der Hahn ist drin‘.“ Im Dorf habe der Zug dann immer „Hahnzug“ geheißen.
Taufstein kommt abhanden und wird zur Blumenschale
In so vielen Jahren Kirchengemeinde ist es ja durchaus nicht verwunderlich, wenn in all der Zeit auch mal etwas abhandenkommt. So geschehen beim Taufstein. Der wurde aus Ton gefertigt und im Jahr 1601 an die Kirchengemeinde gestiftet. 1775 wurde er durch ein anderes Exemplar aus Messing ersetzt.

Der ursprüngliche Taufstein stehe heute als Blumenschale in einem Garten im Bereich Vechta, und es sei nicht klar, wie er dorthin geraten ist, erzählt Evers. „Von unserem Kirchenvorstand war wohl eine Abordnung beim heutigen Besitzer. Leider war er aber nicht bereit, die Schale an unsere Kirche zurückzugeben“, heißt es dazu in der Chronik.
Inschrift verrät: Kirche in Barver wird 1671 durch Blitz zerstört
1672 musste die Kirche neu gebaut werden, nachdem diese im Jahr zuvor durch einen Blitzschlag zerstört worden war. Das war lange Zeit nicht mehr bekannt gewesen.
In der Chronik wird aus einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1959 zitiert. Bei einer umfangreichen Renovierung der Dorfkirche seien im Turm-Teil Holzbalken freigelegt worden. Aus der Inschrift habe sich die Geschichte mit dem Blitzeinschlag ablesen lassen.
Diese und viele weitere Storys und Ereignisse rund um Barver und die Kirchengemeinde finden sich in der Chronik. Wer sie kennenlernen möchte, kann die Chronik am Sonntag beim Gemeindefest erwerben. „Es ist jede Menge passiert, womit man im ersten Moment gar nicht rechnet“, stellt Thomas Evers abschließend fest.
Gemeindefest „500 Jahre Kirche in Barver“ ✅


Gemeindefest am 08.06.2025
Herzlichen Glückwunsch zur Konfirmation
Wo kann man in unserer schnelllebigen Zeit noch innerlich tanken?
Darum ging es im Festgottesdienst zur Konfirmation am 4. Mai 2025 in Barver. Bei einem festlichem Vorspiel des Posaunenchores zogen die 5 Jugendlichen in die geschmückte Kirche ein, begleitet von Pastor Schweitz, Diakon Jaeger, dem Kirchenvorstand und dem Konfi-Team.
Nach dem gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis und ihrem einmütigen JA zur Taufe und zum christlichen Glauben wurden die Jugendlichen eingesegnet.

Diakon Ingo Jaeger verlas die Konfirmationssprüche und überreichte die Urkunden. Nach der Einsegnung sprach Teamerin Amely Bürgel das Grußwort der Evangelischen Jugend.
Das abschließende Grußwort und die Glückwünsche des Kirchenvorstands überbrachte 2. Vorsitzende Janine Könker. Einige Angehörige beteiligten sich bei der Fürbitte.




